Wer eine Ausbildung zum Maler und Lackierer beginnt, möchte meist vor allem wissen, was am Monatsende tatsächlich auf dem Konto landet. Für 2026 liegen die tariflichen Bruttobeträge je nach Ausbildungsjahr bei 900 bis 1.150 Euro. Ich zeige dir, welcher Nettobetrag realistisch ist, welche Abzüge anfallen und worauf du im Ausbildungsvertrag achten solltest.
Diese Beträge kannst du 2026 ungefähr erwarten
- 1. Ausbildungsjahr: 900 Euro brutto entsprechen etwa 700 bis 710 Euro netto.
- 2. Ausbildungsjahr: Aus 985 Euro brutto werden ungefähr 765 bis 780 Euro netto.
- 3. Ausbildungsjahr: Bei 1.150 Euro brutto bleiben meist rund 895 bis 910 Euro netto.
- Lohnsteuer: In Steuerklasse I fällt bei diesen Beträgen normalerweise keine Lohnsteuer an.
- Entscheidend: Tarifbindung, Krankenkasse, Alter, Kirchensteuer und mögliche Sonderzahlungen verändern den Auszahlungsbetrag.

Wie viel netto bleibt in der Ausbildung übrig
Für Ausbildungsverhältnisse im Maler- und Lackiererhandwerk gelten ab 1. August 2026 häufig folgende monatliche Vergütungen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt diese Werte als beispielhafte Ausbildungsvergütung, sie sind also eine gute Orientierung, aber nicht automatisch jeder Arbeitsvertrag.
| Ausbildungsjahr | Brutto pro Monat | Netto ungefähr |
|---|---|---|
| 1. Jahr | 900 € | 700 bis 710 € |
| 2. Jahr | 985 € | 765 bis 780 € |
| 3. Jahr | 1.150 € | 895 bis 910 € |
Die Nettowerte gelten als grobe Rechnung für eine ledige Person in Steuerklasse I, mit gesetzlicher Krankenversicherung und ohne Kirchensteuer. Unter 23 Jahren entfällt außerdem der Zuschlag für Kinderlose in der Pflegeversicherung. Abweichungen von einigen Euro sind durch den Zusatzbeitrag der Krankenkasse oder das Bundesland normal.
Beginnt die Ausbildung vor August 2026 oder gilt im Betrieb noch eine ältere Vereinbarung, können auch die vorherigen Sätze von 850, 935 und 1.100 Euro brutto auftauchen. Entscheidend ist deshalb immer die Vergütung, die konkret in deinem Ausbildungsvertrag steht.
Warum vom Brutto deutlich weniger auf dem Konto ankommt
Das Bruttogehalt ist der Betrag vor den gesetzlichen Abzügen. Azubis zahlen wie andere Beschäftigte anteilig Beiträge zur Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Bei einer Vergütung von 900 Euro können dadurch ungefähr 190 bis 200 Euro abgehen.
| Abzug | Wofür er verwendet wird |
|---|---|
| Rentenversicherung | Absicherung für das Alter |
| Krankenversicherung | Behandlung, Medikamente und Krankengeld |
| Pflegeversicherung | Leistungen bei Pflegebedürftigkeit |
| Arbeitslosenversicherung | Unterstützung bei Arbeitslosigkeit |
Bei den genannten Ausbildungsgehältern fällt in Steuerklasse I normalerweise keine Lohnsteuer an, weil das Jahreseinkommen relativ niedrig ist. Trotzdem ist der Unterschied zwischen brutto und netto spürbar, denn die Sozialabgaben werden unabhängig davon einbehalten.
Meine Erfahrung mit Brutto-Netto-Vergleichen ist, dass viele zuerst nur auf die Lohnsteuer schauen. Bei Azubis ist aber meist die Sozialversicherung der größere Posten. Eine einmalige Sonderzahlung kann außerdem dazu führen, dass in einem einzelnen Monat etwas mehr Steuer einbehalten wird.
Welche Faktoren dein Ausbildungsgehalt verändern
Die genannten Werte gelten vor allem für tarifgebundene Betriebe im Maler- und Lackiererhandwerk. Ein kleiner Betrieb ohne Tarifbindung kann anders zahlen, darf die gesetzlichen Regeln zur Mindestausbildungsvergütung aber nicht ignorieren.
Tarifvertrag und Beginn der Ausbildung
Für duale Ausbildungen, die 2026 beginnen, liegt die gesetzliche Mindestvergütung im ersten Jahr bei 724 Euro brutto, im zweiten bei 854 Euro und im dritten bei 977 Euro. Die tariflichen Sätze von 900, 985 und 1.150 Euro liegen deutlich darüber und sind deshalb bei einem tarifgebundenen Betrieb besonders wichtig.
Steuerklasse und Kirchensteuer
Ledige Azubis haben meistens Steuerklasse I. Verheiratete oder alleinerziehende Auszubildende können einen anderen monatlichen Auszahlungsbetrag erhalten. Kirchensteuer wird nur fällig, wenn du Mitglied einer kirchensteuerpflichtigen Religionsgemeinschaft bist und überhaupt Lohnsteuer anfällt.
Alter, Kinder und Krankenkasse
Ab 23 Jahren zahlen kinderlose Beschäftigte einen zusätzlichen Beitrag zur Pflegeversicherung. Auch der Zusatzbeitrag der Krankenkasse unterscheidet sich. Der Unterschied ist bei einer Ausbildungsvergütung nicht riesig, kann aber 5 bis 15 Euro monatlich ausmachen.
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Sonderzahlungen und Zuschläge
Manche Betriebe zahlen Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, vermögenswirksame Leistungen oder Fahrtkostenzuschüsse. Darauf besteht nicht automatisch überall Anspruch. Steht eine Leistung nicht im Vertrag oder im geltenden Tarifvertrag, solltest du sie nicht fest in deine monatliche Planung einrechnen.
Reicht das Geld für den Alltag
Ob rund 700 Euro netto im ersten Ausbildungsjahr ausreichen, hängt vor allem davon ab, ob du noch bei deinen Eltern wohnst. Für ein eigenes Zimmer oder eine kleine Wohnung in einer teuren Stadt wird dieser Betrag schnell knapp. Miete, Strom, Fahrtkosten, Essen, Handy und Arbeitskleidung können zusammen leicht 600 bis 900 Euro pro Monat kosten.
Besonders die Fahrt zur Baustelle wird häufig unterschätzt. Kläre deshalb vor Vertragsabschluss, ob der Betrieb ein Fahrzeug stellt, Fahrtkosten übernimmt oder du jeden Tag selbst zum Einsatzort kommen musst. Auch Sicherheitsschuhe, Arbeitskleidung und bestimmte Lernmittel können zusätzliche Ausgaben verursachen.
Wenn du wegen der Ausbildung ausziehen musst oder der Weg zum Betrieb weit ist, kann Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, infrage kommen. Die Höhe hängt unter anderem vom Einkommen der Eltern, deiner Wohnsituation und den Ausbildungskosten ab. Kindergeld kann ebenfalls weitergezahlt werden, solange die Voraussetzungen erfüllt sind.
Ich würde die Finanzierung nicht erst nach der ersten Gehaltsabrechnung prüfen. Rechne vor der Unterschrift mit dem niedrigsten realistischen Netto und frage den Betrieb konkret nach Fahrtkosten, Arbeitskleidung und möglichen Sonderzahlungen.
Was nach der Ausbildung finanziell möglich wird
Nach der bestandenen Gesellenprüfung endet die Ausbildungsvergütung und du wechselst in ein reguläres Arbeitsverhältnis. Das Einkommen richtet sich dann nach Tarifgruppe, Berufserfahrung, Region und Tätigkeit. In einer Tarifübersicht für Nordrhein-Westfalen liegt der Einstieg für Gesellen ab Juni 2026 beispielsweise bei 18 Euro Stundenlohn.
Bei einer Vollzeitstelle kann das nach der Ausbildung ein deutlich höheres Bruttogehalt bedeuten als während der Lehre. Noch bessere Möglichkeiten entstehen durch Zusatzqualifikationen, etwa im Bereich energetische Sanierung, Wärmedämmung, Denkmalpflege oder durch die spätere Weiterbildung zum Maler- und Lackierermeister.
Das höhere Einkommen kommt allerdings nicht automatisch mit dem Abschluss. Wer nur nach dem Monatsbetrag entscheidet, übersieht oft Arbeitsweg, körperliche Belastung und die Qualität der Ausbildung. Ein Betrieb, der sauber anleitet, moderne Techniken vermittelt und gute Übernahmechancen bietet, kann langfristig mehr wert sein als ein kurzfristig etwas höheres Azubi-Gehalt.
Die wichtigsten Zahlen für deine Vertragsprüfung
Für 2026 kannst du bei einer tariflichen Ausbildung mit etwa 700 bis 910 Euro netto rechnen, abhängig vom Ausbildungsjahr und deinen persönlichen Daten. Die verlässlichste Zahl findest du nicht in einer allgemeinen Tabelle, sondern auf einer individuellen Brutto-Netto-Berechnung mit deiner Steuerklasse und Krankenkasse.
Prüfe vor der Unterschrift besonders die Vergütung ab August 2026, die wöchentliche Arbeitszeit, Urlaub, Fahrtkosten und den Umgang mit Arbeitskleidung. Genau diese Punkte entscheiden oft darüber, ob das rechnerische Ausbildungsgehalt im Alltag tatsächlich ausreicht.
