Wer sich für Recht interessiert, aber zugleich verstehen möchte, wie Unternehmen tatsächlich arbeiten, findet im Wirtschaftsrecht-Studium an der FOM eine praxisnahe Schnittstelle. Ich zeige, welche Inhalte Bachelor und Master bieten, wie Campus- und Digitalstudium funktionieren, welche Kosten realistisch sind und für wen der Weg besonders sinnvoll ist. Auch die beruflichen Grenzen des Abschlusses sollten vor der Anmeldung klar sein.
Die wichtigsten Eckdaten zum Wirtschaftsrecht an der FOM auf einen Blick
- Bachelor: 7 Semester, 180 ECTS und Abschluss als Bachelor of Laws (LL.B.).
- Master: 4 Semester plus Thesis, 120 ECTS und Abschluss als Master of Laws (LL.M.).
- Studienmodelle: Campus-Studium+ oder Digitales Live-Studium.
- Kosten: Der Bachelor kostet insgesamt 15.830 Euro inklusive Prüfungsgebühr, der Master zusätzlich Immatrikulations- und Prüfungsgebühren.
- Berufsperspektiven: Einsatzmöglichkeiten gibt es unter anderem in Vertragsmanagement, Compliance, Rechtsabteilungen und Unternehmensberatung.

Wirtschaftsrecht an der FOM verbindet Recht mit Unternehmenspraxis
Das Studienangebot richtet sich an Menschen, die juristische Fragen nicht isoliert betrachten wollen. Im Mittelpunkt steht die Verbindung von Rechtswissenschaft und Betriebswirtschaft. Genau diese Kombination brauche ich in der Praxis häufig, denn ein Vertrag ist nicht nur rechtlich wirksam, sondern muss auch wirtschaftlich sinnvoll und im Arbeitsalltag umsetzbar sein.
Im Bachelor gehören unter anderem Vertragsrecht, Handels- und Gesellschaftsrecht, Bilanzrecht, Compliance, Datenschutz, Finanzierung und Investition zu den relevanten Themen. Ergänzt wird das Fachwissen durch Verhandlungs- und Präsentationstrainings sowie Inhalte zu Digitalisierung, Projektmanagement und IT-Grundlagen.
Der Master setzt stärker auf Vertiefung und strategische Anwendung. Auf dem Studienplan stehen beispielsweise Unternehmensrecht, Compliance, Legal Tech, künstliche Intelligenz in der Rechtsberatung, Konfliktlösung und M&A-Prozesse. M&A steht für „Mergers and Acquisitions“, also den Kauf, Verkauf oder Zusammenschluss von Unternehmen.
Warum die Kombination für Unternehmen nützlich ist
Ein Wirtschaftsjurist muss nicht jede Aufgabe eines zugelassenen Rechtsanwalts übernehmen. Er kann aber Verträge vorbereiten, Risiken erkennen, interne Prozesse rechtlich bewerten und Fachabteilungen mit verständlichen Handlungsempfehlungen unterstützen. Aus meiner Sicht liegt darin die größte Stärke des Studiengangs: Recht wird als Werkzeug für Geschäftsentscheidungen vermittelt.
Das lässt sich auch auf die Pharma- und Gesundheitsbranche übertragen. Dort können Kenntnisse in Vertragsgestaltung, Datenschutz, Compliance oder Lieferkettenrecht etwa bei Kooperationen, Einkaufsverträgen und der Zusammenarbeit mit Dienstleistern helfen. Die konkrete Tätigkeit hängt jedoch stark von Arbeitgeber, Berufserfahrung und späterer Spezialisierung ab.
Welcher Abschluss passt besser zum eigenen Bildungsweg
Die Entscheidung zwischen LL.B. und LL.M. ist normalerweise keine reine Geschmacksfrage. Der Bachelor eignet sich für den Einstieg in das Feld, während der Master auf einem bereits vorhandenen Hochschulabschluss aufbaut und anspruchsvollere Fach- und Führungsaufgaben vorbereiten kann.
| Merkmal | Wirtschaftsrecht LL.B. | Wirtschaftsrecht LL.M. |
|---|---|---|
| Zielgruppe | Studieninteressierte mit (Fach-)Abitur oder beruflicher Qualifikation | Absolventinnen und Absolventen eines ersten Hochschulstudiums |
| Umfang | 180 ECTS | 120 ECTS |
| Dauer | 7 Semester | 4 Semester plus Thesis |
| Abschluss | Bachelor of Laws (LL.B.) | Master of Laws (LL.M.) |
| Typische Inhalte | Vertrags-, Handels-, Gesellschafts- und Bilanzrecht, Finanzierung, Compliance | Unternehmensrecht, Legal Tech, KI, M&A, Konfliktlösung und Verhandlungsführung |
| Studiengebühren | 15.330 Euro plus 500 Euro Prüfungsgebühr | 12.300 Euro plus 1.590 Euro Immatrikulations- und 500 Euro Prüfungsgebühr |
Wer nach einer Ausbildung oder ohne klassisches Abitur starten möchte, sollte die individuellen Zugangsvoraussetzungen früh prüfen. Die FOM nennt als mögliche Wege unter anderem eine abgeschlossene Berufsausbildung mit anschließender Berufserfahrung oder eine Aufstiegsfortbildung wie Fachwirt oder Meister.
Für den LL.M. ist ein erster Hochschulabschluss erforderlich. Bei einem rechtswissenschaftlichen Anteil von mindestens 40 ECTS ist ein direkter Einstieg möglich. Bei einem fachfremderen Abschluss kann zusätzlich einschlägige Berufserfahrung von etwa eineinhalb Jahren und ein Vorbereitungskurs im Recht relevant sein.
Campus-Studium+ oder Digital Live im Berufsalltag
Die FOM ist besonders auf berufsbegleitendes Studieren ausgerichtet. Im Campus-Studium+ finden Veranstaltungen vor Ort statt und werden durch digitale Lernangebote ergänzt. Das Digitale Live-Studium überträgt Lehrveranstaltungen live aus den FOM Studios, sodass der Studienort flexibler gewählt werden kann.
Den Bachelor Wirtschaftsrecht bietet die FOM im Campus-Studium+ unter anderem in Berlin, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Frankfurt, Hamburg, Köln, München und Stuttgart an. Beim Master ist die Auswahl kleiner und umfasst Düsseldorf, Frankfurt, Köln, München und Stuttgart. Welche Zeitmodelle tatsächlich verfügbar sind, hängt vom Hochschulzentrum und dem jeweiligen Semester ab.
Was der Campus wirklich bringt
Ich halte den Präsenzanteil für besonders hilfreich, wenn man regelmäßig diskutieren, Fragen direkt stellen und ein berufliches Netzwerk aufbauen möchte. Gerade bei juristischen Fällen entsteht der Lerneffekt oft erst im Austausch, wenn unterschiedliche Argumentationen aufeinandertreffen.
Das digitale Modell ist dagegen praktisch für Menschen mit langen Arbeitswegen, wechselnden Arbeitszeiten oder familiären Verpflichtungen. Es verlangt allerdings mehr Selbstorganisation. Wer nur passiv an Online-Terminen teilnimmt und die Nachbereitung aufschiebt, unterschätzt schnell den Aufwand.
Der Studienstart ist in der Regel im März oder September möglich. Je nach Modell werden Tages-, Abend- sowie Abend- und Samstagsveranstaltungen angeboten. Eine kostenfreie Probevorlesung kann helfen, das Tempo, die Lehrform und die persönliche Vereinbarkeit realistisch einzuschätzen.
Kosten, Zulassung und Arbeitsaufwand realistisch planen
Für den Bachelor fallen monatlich 365 Euro über 42 Monate an. Dazu kommt eine einmalige Prüfungsgebühr von 500 Euro, wodurch sich rechnerisch 15.830 Euro ergeben. Beim Master liegen die Studiengebühren bei 410 Euro monatlich über 30 Monate. Hinzu kommen 1.590 Euro Immatrikulationsgebühr und 500 Euro Prüfungsgebühr.
Mit den Studiengebühren ist nicht automatisch jeder persönliche Aufwand abgedeckt. Fachliteratur, Fahrtkosten, ein geeigneter Laptop und gegebenenfalls Software kommen noch hinzu. Die FOM weist darauf hin, dass Studien- und bestimmte Nebenkosten steuerlich berücksichtigt werden können. Ob und in welchem Umfang das möglich ist, hängt von der individuellen Steuersituation ab.
Für die Finanzplanung sollten Studierende nicht nur die Monatsrate betrachten. Entscheidend ist, ob zusätzlich genügend Zeit für Vor- und Nachbereitung bleibt. Die Kombination aus Beruf und Studium funktioniert meiner Erfahrung nach vor allem dann gut, wenn feste Lernzeiten im Kalender stehen und der Arbeitgeber die Prüfungsphasen kennt.
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Welche Unterstützung möglich ist
Vor dem ersten Semester können über SmartStart digitale Grundlagenmodule kostenfrei belegt werden. Vorbereitungskurse helfen dabei, Wissenslücken zu schließen. Bereits absolvierte Aus- und Weiterbildungen oder frühere Studienleistungen können außerdem individuell angerechnet werden und dadurch Studienzeit und Kosten reduzieren.
Bei einer persönlichen oder finanziellen Notlage besteht die Möglichkeit, eine individuelle Zahlungsregelung zu vereinbaren. Außerdem können bis zu zwei Urlaubssemester kostenfrei beantragt werden. Diese Optionen ersetzen keine solide Finanzplanung, können aber in schwierigen Phasen spürbar entlasten.
Welche Berufsperspektiven der Abschluss eröffnet
Mit dem LL.B. arbeiten Absolventinnen und Absolventen häufig an der Schnittstelle von Recht und Wirtschaft. Typische Einsatzfelder sind Vertragsmanagement, Compliance, Einkauf, Personalwesen, Datenschutz, Wirtschaftsprüfung, Verbände und Unternehmensberatung. Auch Rechtsabteilungen und Kanzleien kommen infrage, meist mit organisatorischen, prüfenden oder beratenden Aufgaben.
Der LL.M. kann den Weg in stärker spezialisierte Tätigkeiten ebnen. Dazu gehören etwa Compliance-Management, Vertragsprüfung, Risikomanagement, Gesellschaftsrecht, M&A oder die Begleitung komplexer Unternehmensprozesse. Entscheidend ist dabei nicht allein der Abschluss, sondern die Kombination aus Fachwissen, Berufspraxis und einer klaren Spezialisierung.
Ein wichtiger Punkt wird häufig missverstanden. Ein Abschluss in Wirtschaftsrecht ersetzt nicht das klassische Jurastudium mit Staatsexamina und führt daher grundsätzlich nicht direkt zu den Berufen als Rechtsanwalt, Richter oder Staatsanwalt. Wer diese Laufbahn anstrebt, braucht den traditionellen Weg mit der entsprechenden Befähigung zum Richteramt.
Für viele Unternehmensrollen ist der LL.B. oder LL.M. dennoch sehr passend. Besonders gute Chancen sehe ich dort, wo juristische Einschätzung und wirtschaftliches Verständnis täglich zusammenkommen, etwa bei regulierten Unternehmen, Versicherungen, Banken, Technologieanbietern oder Pharma- und Medizintechnikfirmen.
Für wen sich das Studium lohnt und wo Vorsicht angebracht ist
Aus meiner Sicht passt das Programm besonders zu Berufstätigen, die bereits wissen, in welchem Umfeld sie arbeiten möchten. Wer beispielsweise im Einkauf, Personalwesen, Vertrieb, Gesundheitswesen oder in einer Rechtsabteilung tätig ist, kann viele Inhalte direkt mit dem Berufsalltag verbinden.
- Gute Wahl für Menschen, die Recht und BWL verbinden und berufsbegleitend studieren möchten.
- Besonders sinnvoll bei einem Arbeitgeber mit rechtlichen, regulatorischen oder kaufmännischen Schnittstellen.
- Weniger passend für Personen, die ausschließlich einen klassischen juristischen Staatsberuf anstreben.
- Zu prüfen sind Studienzeiten, Pendelaufwand, Prüfungsphasen und die Unterstützung durch den Arbeitgeber.
Der häufigste Fehler besteht darin, nur auf den anerkannten Abschluss zu schauen. Ich würde zusätzlich das Modulhandbuch, die konkrete Campusorganisation, die Anrechnung eigener Vorleistungen und die tatsächliche Wochenbelastung prüfen. Ein flexibles Studienmodell ist hilfreich, nimmt einem aber nicht die Verantwortung für konsequentes Lernen ab.
Die sinnvollste Prüfung vor der Anmeldung
Wer Wirtschaftsrecht an der FOM ernsthaft erwägt, sollte zunächst den passenden Abschluss bestimmen und danach drei Punkte klären: Zulassung, Studienmodell und Gesamtbudget. Eine Probevorlesung, ein Gespräch mit der Studienberatung und die Prüfung möglicher Anrechnungen liefern meist ein deutlich realistischeres Bild als eine reine Broschüre.
Mein Fazit fällt differenziert aus: Für eine Karriere im Unternehmen ist die Verbindung aus Recht, Wirtschaft und Praxis überzeugend. Wer seine berufliche Situation, die Kosten und die Grenzen des Abschlusses ehrlich einbezieht, kann mit dem Studium eine belastbare Grundlage für den nächsten Karriereschritt schaffen.
