Wer über eine Karriere bei der Kriminalpolizei nachdenkt, möchte meist zuerst wissen, was am Monatsende tatsächlich zu erwarten ist. Das Einkommen hängt in Deutschland vor allem von Besoldungsgruppe, Erfahrungsstufe, Dienstherrn und Zulagen ab. Ich ordne die aktuellen Werte für 2026 ein und zeige, wie der Einstieg, die Entwicklung und der Unterschied zwischen Brutto- und Nettobezügen aussehen.
Die wichtigsten Zahlen zum Einkommen in der Kriminalpolizei auf einen Blick
- Einstieg beim Bund: Kriminalkommissare beginnen grundsätzlich in Besoldungsgruppe A 9.
- Grundgehalt 2026: Auf Bundesebene liegen A 9 bis A 13 ungefähr zwischen 3.560 und 6.810 Euro brutto im Monat.
- Erfahrungsstufen: Mit Dienstzeit und Beförderungen steigt das Grundgehalt automatisch beziehungsweise schrittweise.
- Zulagen: Polizei-, Familien-, Schicht-, Nacht- oder Erschwerniszulagen können die monatlichen Bezüge erhöhen.
- Netto: Die Auszahlung lässt sich nicht pauschal nennen, weil Steuerklasse, Familienstand und Krankenversicherung eine große Rolle spielen.

Wie hoch ist das Gehalt eines Kriminalpolizisten im Jahr 2026?
Eine einheitliche bundesweite Gehaltssumme gibt es nicht. Kriminalbeamte werden nach ihrer Laufbahn und ihrem Amt bezahlt, nicht allein danach, ob sie bei der Kriminalpolizei, im Streifendienst oder bei einer anderen Polizeieinheit arbeiten.
Für den Bund bietet die Besoldungsordnung eine gute Orientierung. Die folgenden Werte zeigen das monatliche Grundgehalt brutto in den relevanten Besoldungsgruppen für 2026. Zulagen, Familienzuschläge und individuelle Besonderheiten sind noch nicht enthalten.
| Besoldungsgruppe | Typisches Amt | Grundgehalt monatlich | Grundgehalt jährlich |
|---|---|---|---|
| A 9 | Kriminalkommissar | ca. 3.560 bis 4.535 Euro | ca. 42.700 bis 54.400 Euro |
| A 10 | Kriminaloberkommissar | ca. 3.790 bis 5.055 Euro | ca. 45.500 bis 60.700 Euro |
| A 11 | Kriminalhauptkommissar | ca. 4.295 bis 5.610 Euro | ca. 51.500 bis 67.300 Euro |
| A 12 | Kriminalhauptkommissar | ca. 4.590 bis 6.160 Euro | ca. 55.100 bis 73.900 Euro |
| A 13 | Erster Kriminalhauptkommissar | ca. 5.340 bis 6.810 Euro | ca. 64.100 bis 81.700 Euro |
Die Amtsbezeichnungen und Zuordnungen ergeben sich beim Bund aus der Kriminallaufbahnverordnung und dem Bundesbesoldungsgesetz. Für Länderpolizeien gelten eigene Besoldungsgesetze, deshalb können die tatsächlichen Beträge in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Berlin oder Hamburg voneinander abweichen.
Meine wichtigste Einordnung lautet deshalb: Ein Berufseinsteiger verdient nicht sofort das maximale A-9-Gehalt, sondern startet in einer niedrigeren Erfahrungsstufe. Die oft genannten Spitzenwerte beziehen sich auf eine lange Dienstzeit oder höhere Ämter und sind kein realistischer Einstiegsbetrag.
Warum zwei Kriminalbeamte unterschiedlich viel verdienen
Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe
Die Besoldungsgruppe beschreibt das Amt, während die Erfahrungsstufe die Dienstzeit und berufliche Entwicklung abbildet. Ein Kriminalkommissar in A 9 kann daher deutlich weniger verdienen als ein langjähriger Kriminalhauptkommissar in A 12, obwohl beide kriminalpolizeilich arbeiten.
Innerhalb einer Besoldungsgruppe steigt das Grundgehalt in festgelegten Stufen. Beförderungen bringen zusätzlich eine höhere Besoldungsgruppe, erfolgen aber nicht automatisch. Freie Planstellen, Leistung, Beurteilungen und die Personalstruktur der Behörde spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Bund oder Land
Die meisten polizeilichen Aufgaben liegen bei den Bundesländern. Dort arbeitet die Kriminalpolizei beispielsweise bei Polizeipräsidien, Landeskriminalämtern oder spezialisierten Ermittlungsdienststellen. Der Bund ist unter anderem beim Bundeskriminalamt zuständig.
Der Dienstherr beeinflusst das Einkommen stärker, als viele Bewerber zunächst vermuten. Selbst bei vergleichbarer Amtsbezeichnung können Grundgehalt, Familienzuschlag, Sonderzahlungen und Zulagen unterschiedlich geregelt sein. Wer konkrete Zahlen für seinen Wohnort braucht, sollte deshalb immer die Besoldungstabelle des jeweiligen Landes heranziehen.
Zulagen und persönliche Faktoren
Zum Grundgehalt können verschiedene Zulagen kommen. Dazu zählen je nach Dienststelle und Regelung etwa die Polizeizulage, Familienzuschläge, Zulagen für bestimmte Funktionen oder Ausgleichszahlungen für besondere Belastungen.
Auch Nacht-, Wochenend- und Schichtdienste können finanziell berücksichtigt werden. In der Kriminalpolizei ist der klassische Schichtdienst zwar nicht in jedem Bereich so prägend wie im Streifendienst, doch Rufbereitschaft, Observationen, Einsatzlagen oder umfangreiche Ermittlungen können zusätzliche Arbeitszeit verursachen.
Der Familienzuschlag hängt unter anderem vom Familienstand und der Zahl der berücksichtigungsfähigen Kinder ab. Deshalb kann das monatliche Einkommen zweier Personen mit demselben Amt spürbar auseinanderliegen.
Der Einstieg führt häufig über ein duales Studium
Wer direkt als Kriminalbeamter einsteigen möchte, absolviert meist ein duales Studium für den gehobenen Kriminaldienst. Beim Bundeskriminalamt dauert dieser Weg in der Regel drei Jahre und verbindet Hochschulunterricht mit praktischen Ausbildungsabschnitten.
Während des Studiums erhalten Anwärterinnen und Anwärter bereits Anwärterbezüge. Diese liegen unter dem späteren Grundgehalt eines Kriminalkommissars, sind aber ein wichtiger finanzieller Vorteil gegenüber einem klassischen Vollzeitstudium ohne Vergütung.
Welche Voraussetzungen zählen
Gefragt sind je nach Behörde unter anderem ein passender Schulabschluss, gesundheitliche und charakterliche Eignung, ein Führerschein sowie die erfolgreiche Teilnahme am Auswahlverfahren. Gute Noten allein reichen nicht immer aus, weil auch Sporttest, Gespräch, psychologische Tests und Sicherheitsüberprüfung eine Rolle spielen können.
Ich würde die Studienwahl nicht nur vom späteren Gehalt abhängig machen. Wer sich für Strafrecht, Datenanalyse, forensische Methoden oder digitale Ermittlungen interessiert, hat langfristig oft bessere Chancen auf passende Spezialisierungen und verantwortungsvollere Aufgaben.
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Alternative Wege in die Kriminalpolizei
In einigen Bundesländern beginnt die Polizeiausbildung zunächst im allgemeinen Polizeivollzugsdienst. Ein späterer Wechsel zur Kriminalpolizei kann über interne Bewerbungen, Qualifizierungen oder entsprechende Verwendungen möglich sein.
Daneben stellen Behörden Fachkräfte für IT-Forensik, Cybercrime, Naturwissenschaften, Psychologie oder Finanzermittlungen ein. Diese Tätigkeiten sind nicht immer mit dem klassischen Amt eines Kriminalkommissars gleichzusetzen, können aber fachlich sehr nah an kriminalpolizeilicher Arbeit liegen.
Mit Erfahrung steigt das Einkommen, aber nicht automatisch
Die berufliche Entwicklung folgt typischerweise dem Weg vom Kriminalkommissar über den Kriminaloberkommissar zum Kriminalhauptkommissar. Mit jeder Beförderung wachsen Verantwortung und meistens auch die Besoldungsgruppe.
| Karriereschritt | Typischer Fokus | Finanzielle Bedeutung |
|---|---|---|
| Kriminalkommissar | Ermittlungen und Sachbearbeitung | Einstieg meist in A 9 |
| Kriminaloberkommissar | Komplexere Fälle und mehr Eigenverantwortung | Häufig A 10 |
| Kriminalhauptkommissar | Erfahrene Sachbearbeitung oder Koordination | Je nach Amt A 11 oder A 12 |
| Erster Kriminalhauptkommissar | Herausgehobene Aufgaben und Führung | Bis A 13 möglich |
Besonders gefragt sind heute Kenntnisse in Cybercrime, Geldwäsche, organisierter Kriminalität und digitaler Forensik. Eine Spezialisierung führt jedoch nicht automatisch zu einem höheren Gehalt. Entscheidend bleibt, welches Amt tatsächlich übertragen wird.
Wer eine Führungsposition anstrebt, kann in den höheren Kriminaldienst wechseln. Dafür gelten zusätzliche Anforderungen, häufig ein Hochschulabschluss, ein anspruchsvolles Auswahlverfahren und eine entsprechende Qualifizierung.
Brutto ist nicht Netto und die Zusatzleistungen zählen mit
Das in Tabellen genannte Grundgehalt ist ein Bruttobetrag. Davon werden unter anderem Lohnsteuer und gegebenenfalls Kirchensteuer abgezogen. Bei verbeamteten Polizeikräften gelten außerdem besondere Regeln für Krankenversicherung und Altersvorsorge.
Viele Beamte nutzen eine private Krankenversicherung in Verbindung mit der Beihilfe des Dienstherrn. Dadurch kann das verfügbare Einkommen höher wirken als bei vergleichbaren Angestellten, allerdings müssen Versicherungsbeiträge, Selbstbeteiligungen und mögliche Beitragserhöhungen langfristig eingeplant werden.
Zur finanziellen Gesamtbetrachtung gehört auch die spätere Versorgung. Eine Beamtenlaufbahn bietet grundsätzlich eine Pension, während Tarifbeschäftigte in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und zusätzlich von tariflichen Regelungen profitieren können.
Ein häufiger Fehler ist, nur das Monatsbrutto zu vergleichen. Für eine realistische Entscheidung sollten Bewerber auch Krankenversicherung, Familienzuschlag, Pendelkosten, Wohnort und Arbeitszeit einrechnen. Gerade bei einem Wechsel zwischen Bundesland und Bund kann das Ergebnis dadurch anders ausfallen als erwartet.
Was ich bei der Gehaltsplanung für die Kripo wirklich einrechnen würde
Als grobe Orientierung halte ich für 2026 ein Einstiegsgrundgehalt von etwa 3.560 bis 4.000 Euro brutto monatlich für realistisch, wenn eine Stelle im gehobenen Kriminaldienst in einer unteren Erfahrungsstufe gemeint ist. Mit Berufserfahrung, Beförderungen und Zulagen kann das Einkommen deutlich über 5.000 Euro brutto steigen.
Die wichtigste Frage ist daher nicht nur, wie viel ein Kriminalpolizist verdient. Entscheidend ist, bei welcher Behörde, in welchem Amt und mit welcher Erfahrungsstufe die Stelle angeboten wird. Wer diese drei Punkte prüft und zusätzlich die persönlichen Abzüge kalkuliert, erhält ein deutlich ehrlicheres Bild als durch einen pauschalen Durchschnittswert.
