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Controlling und Rechnungswesen als Beruf - Einstieg und Chancen

Miroslaw Rohde 2. Juli 2026
Karrierewege im Finanz- & Rechnungswesen: CFO, Controlling, Treasury, Payroll, Legal/IT. Zeigt verschiedene Rollen wie Buchhalter, Controller und Lohnverrechner.

Inhaltsverzeichnis

Wer Zahlen nicht nur verbuchen, sondern für bessere Entscheidungen nutzen möchte, findet in Controlling und Rechnungswesen ein vielseitiges Berufsfeld. Der Artikel zeigt, wie beide Bereiche zusammenarbeiten, welche Berufe und Einstiegsmöglichkeiten es gibt, welche Fähigkeiten wirklich zählen und welche Perspektiven sich besonders in Unternehmen aus Pharma, Medizin und Gesundheitswesen eröffnen.

Die wichtigsten Orientierungspunkte für den Berufseinstieg

  • Rechnungswesen dokumentiert Geschäftsvorgänge und schafft eine verlässliche Zahlenbasis.
  • Controlling nutzt diese Daten für Planung, Analyse und unternehmerische Entscheidungen.
  • Berufswege führen über Studium, kaufmännische Ausbildung oder gezielte Weiterbildung in das Feld.
  • Excel, ERP-Systeme und Datenanalyse gehören heute zum Handwerkszeug vieler Fachkräfte.
  • Pharma- und Gesundheitsunternehmen bieten zusätzliche Einsatzfelder wie Produktions-, Kosten- und Bestandscontrolling.

Zwei Bereiche, ein gemeinsames Finanzbild

Controlling und Rechnungswesen werden häufig in einem Atemzug genannt, erfüllen aber unterschiedliche Aufgaben. Das Rechnungswesen hält fest, was tatsächlich passiert ist. Das Controlling untersucht zusätzlich, warum sich Zahlen so entwickelt haben und welche Entscheidung daraus folgen sollte.

Bereich Typische Aufgaben Zeithorizont
Externes Rechnungswesen Finanzbuchhaltung, Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Jahresabschluss Vergangenheit und Abschlussperioden
Internes Rechnungswesen Kostenrechnung, Kalkulation, Deckungsbeiträge und Wirtschaftlichkeitsanalysen Vergangenheit und Gegenwart
Controlling Budgetplanung, Forecasts, Kennzahlen, Abweichungsanalysen und Handlungsempfehlungen Gegenwart und Zukunft

Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Das Rechnungswesen erfasst, wie viel ein Pharmaunternehmen für Rohstoffe, Personal und Lagerung ausgegeben hat. Das Controlling fragt anschließend, warum die Herstellungskosten gestiegen sind, ob eine Produktlinie profitabel bleibt und welche Maßnahmen sinnvoll wären.

Für mich ist genau diese Verbindung der interessante Teil. Wer nur auf den Abschluss schaut, erkennt die Entwicklung oft zu spät. Wer dagegen mit unvollständigen oder fehlerhaften Daten plant, produziert schöne Diagramme ohne belastbare Aussage.

Welche Berufe zu den eigenen Stärken passen

Das Berufsfeld ist breiter, als die Bezeichnung „Controller“ vermuten lässt. Je nach Rolle geht es stärker um Genauigkeit, gesetzliche Vorgaben, Analyse, Kommunikation oder die Begleitung strategischer Entscheidungen.

Finanzbuchhalter und Bilanzbuchhalter

Finanzbuchhalter bearbeiten laufende Geschäftsvorfälle, prüfen Belege, stimmen Konten ab und bereiten Abschlüsse vor. Bilanzbuchhalter übernehmen meist anspruchsvollere Aufgaben, etwa Monats- und Jahresabschlüsse, Steuerabgrenzungen oder die Koordination eines Teams.

Diese Richtung passt zu Menschen, die strukturiert arbeiten und auch bei wiederkehrenden Prozessen aufmerksam bleiben. Fehlerfreiheit und Regelkenntnis sind hier wichtiger als ein besonders extrovertiertes Auftreten.

Controller und Business Controller

Controller erstellen Budgets, analysieren Plan-Ist-Abweichungen und bereiten Berichte für die Geschäftsleitung oder Fachabteilungen auf. Business Controller arbeiten häufig näher an Vertrieb, Produktion oder Forschung und übersetzen finanzielle Kennzahlen in konkrete Entscheidungen.

In einem Pharmaunternehmen kann das bedeuten, die Kosten einer klinischen Entwicklungsphase zu überwachen, die Wirtschaftlichkeit einer Produktionslinie zu bewerten oder den Bestand teurer Wirkstoffe zu analysieren. Gefragt ist dabei nicht nur Rechnen, sondern die Fähigkeit, Zahlen verständlich zu erklären.

Weitere Spezialisierungen

  • Produktionscontroller untersuchen Materialverbrauch, Ausschuss, Maschinenlaufzeiten und Fertigungskosten.
  • Vertriebscontroller bewerten Umsatz, Marge, Absatzkanäle und Kundenprofitabilität.
  • Projektcontroller behalten Kosten, Termine und Ressourcen größerer Vorhaben im Blick.
  • Financial Analyst erstellt Finanzmodelle und unterstützt Investitions- oder Unternehmensentscheidungen.
  • Steuerfachangestellte und Steuerfachwirte arbeiten an steuerlichen Sachverhalten und können sich in Richtung Rechnungswesen weiterentwickeln.

Die Bundesagentur für Arbeit ordnet Controllerinnen und Controller als Fachkräfte ein, die Geschäftsabläufe durch Kennzahlen, Marktdaten und Ergebnisanalysen transparenter machen. Beschäftigungsmöglichkeiten gibt es in nahezu allen Branchen, auch in öffentlicher Verwaltung, Kliniken und wissenschaftsnahen Organisationen.

Der Einstieg gelingt über mehrere Wege

Ein Studium ist hilfreich, aber keine zwingende Voraussetzung für jede Position. In der Praxis zählt häufig die Kombination aus solider kaufmännischer Grundlage, Berufserfahrung und sicherem Umgang mit Daten.

Studium mit wirtschaftlicher Ausrichtung

Ein Bachelor in Betriebswirtschaftslehre, Finanzmanagement, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen bietet eine gute Basis. Sinnvolle Vertiefungen sind Kostenrechnung, Bilanzierung, Investition und Finanzierung, Unternehmensplanung sowie Datenanalyse.

Für eine spätere Führungs- oder Spezialistenrolle kann ein Master sinnvoll sein. Wer früh Praxiserfahrung sammelt, etwa durch ein duales Studium, Werkstudententätigkeit oder Praktikum, verbessert seine Chancen oft stärker als durch zusätzliche Theorie allein.

Kaufmännische Ausbildung und Weiterbildung

Eine Ausbildung zum Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellten kann der Einstieg in Buchhaltung, Kostenrechnung oder Finanzadministration sein. Danach folgen je nach Ziel Weiterbildungen zum Bilanzbuchhalter, Controller oder geprüften Wirtschaftsfachwirt.

Einstiegsweg Typische Dauer Besonders geeignet für
Duales oder klassisches Studium Meist 3 bis 4 Jahre Menschen mit Interesse an Analyse und späterer Entwicklung in Richtung Management
Kaufmännische Ausbildung Meist 2,5 bis 3 Jahre Berufseinsteiger, die früh praktische Erfahrung sammeln möchten
Berufsbegleitende Weiterbildung Oft 1 bis 2 Jahre Beschäftigte, die sich neben dem Beruf spezialisieren möchten
Quereinstieg Abhängig von Vorerfahrung Fachkräfte aus Einkauf, Vertrieb, Logistik, IT oder Naturwissenschaften

Gerade in der Pharmaindustrie können Quereinsteiger aus Pharmazie, Chemie oder Biotechnologie interessant sein. Sie verstehen Produkte, Entwicklungsprozesse und regulatorische Anforderungen und müssen vor allem noch lernen, diese Perspektive mit Kosten, Budgets und Kennzahlen zu verbinden.

Welche Fähigkeiten im Arbeitsalltag wirklich zählen

Gute Noten in Mathematik helfen, reichen aber nicht aus. Im Berufsalltag geht es meist um Prozentrechnungen, Plausibilitätsprüfungen und wirtschaftliche Zusammenhänge. Entscheidend ist, aus vielen Einzelinformationen eine klare und handlungsfähige Aussage zu entwickeln.

Fachliche Grundlagen

  • Buchführung und Bilanzierung
  • Kosten- und Leistungsrechnung
  • Budgetierung und Forecasting
  • Investitions- und Wirtschaftlichkeitsrechnung
  • Grundkenntnisse in HGB und gegebenenfalls IFRS
  • Aufbau und Interpretation von Kennzahlen

Ein Forecast ist beispielsweise keine bloße Fortschreibung alter Zahlen. Er ist eine aktualisierte Einschätzung, wie sich Umsatz, Kosten oder Liquidität unter den aktuellen Bedingungen entwickeln könnten. Diese Unterscheidung wirkt klein, entscheidet aber darüber, ob ein Bericht wirklich für Entscheidungen taugt.

Digitale Werkzeuge

Excel bleibt wichtig, besonders für schnelle Analysen, Modelle und Plausibilitätschecks. In größeren Unternehmen kommen ERP-Systeme wie SAP, Buchhaltungssoftware wie DATEV sowie Business-Intelligence-Lösungen für Dashboards und automatisierte Berichte hinzu.

Ich würde Lernenden empfehlen, nicht zehn Programme oberflächlich anzutesten. Besser ist ein kleines Praxisprojekt, etwa ein Budgetmodell mit Plan-Ist-Vergleich, Diagrammen und einer kurzen Handlungsempfehlung. So zeigt man nicht nur, dass man eine Tabelle bauen kann, sondern auch, dass man ihre Aussage versteht.

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Kommunikation und Urteilsvermögen

Ein Controller muss unangenehme Entwicklungen ansprechen können, ohne als interner Kontrolleur aufzutreten. Wenn ein Budget überschritten wird, interessiert die Fachabteilung selten eine lange Zahlenkolonne. Sie braucht eine verständliche Erklärung, eine Ursache und einen realistischen nächsten Schritt.

Genau hier scheitern viele Berufseinsteiger zunächst. Sie konzentrieren sich auf die korrekte Berechnung und unterschätzen, wie wichtig Rückfragen, Zuhören und eine klare Darstellung für die Akzeptanz ihrer Arbeit sind.

Gehalt, Nachfrage und Aufstieg realistisch einschätzen

Die Verdienstmöglichkeiten hängen stark von Region, Branche, Unternehmensgröße, Abschluss und Verantwortung ab. Als grobe Orientierung nennen Gehaltsübersichten für Buchhaltungsprofile etwa 43.000 Euro brutto im Jahr, während erfahrene Controller je nach Position häufig im Bereich von 70.000 bis 90.000 Euro liegen können.

Diese Werte sind keine Zusage für ein bestimmtes Angebot. Ein Berufseinstieg in einer kleineren Stadt, eine Assistenzstelle oder ein Wechsel aus einer anderen Branche kann deutlich darunter liegen. Dagegen erhöhen Fachwissen in SAP, IFRS, Produktionscontrolling oder Data Analytics die Verhandlungsposition spürbar.

Entwicklungsstufe Typische Verantwortung Möglicher nächster Schritt
Einstieg Berichte vorbereiten, Konten prüfen, Daten auswerten Eigenes Teilgebiet oder erste Business-Partner-Aufgaben
Erfahrene Fachkraft Budgets, Forecasts und bereichsübergreifende Analysen Senior Controller oder Spezialist für eine Branche
Führungskraft Steuerung des Teams, Managementberichte und Planungssysteme Leitung Controlling, Finance Manager oder kaufmännische Leitung

Besonders stabil wirken Tätigkeiten, die Fachwissen mit Beratung verbinden. Automatisierte Systeme können Standardbuchungen, Datenimporte und einfache Auswertungen übernehmen. Sie ersetzen aber nicht ohne Weiteres die Person, die Unstimmigkeiten erkennt, Annahmen hinterfragt und einer Geschäftsleitung die Konsequenzen erklärt.

So prüfe ich, ob das Berufsfeld zu mir passt

Wer sich orientieren möchte, sollte nicht nur fragen, ob er gerne mit Zahlen arbeitet. Wichtiger ist, ob auch regelmäßige Prüfungen, konzentrierte Bildschirmarbeit und Gespräche über wirtschaftliche Entscheidungen zum eigenen Arbeitsstil passen.

  • Mag ich es, Ursachen hinter Abweichungen zu suchen?
  • Kann ich komplizierte Ergebnisse in wenigen Sätzen erklären?
  • Arbeite ich sorgfältig, auch wenn Aufgaben wiederkehrend sind?
  • Interessieren mich Geschäftsmodelle und nicht nur einzelne Zahlen?
  • Bin ich bereit, Software und gesetzliche Anforderungen laufend zu lernen?

Für Studierende der Pharmazie oder verwandter Fächer kann ein Praktikum in Finance, Supply Chain oder Produktionsplanung besonders aufschlussreich sein. So zeigt sich schnell, ob die Verbindung aus naturwissenschaftlichem Verständnis und kaufmännischer Analyse wirklich Freude macht.

Mein Rat für den Einstieg 2026 ist deshalb klar. Wähle zunächst ein Gebiet, das dich fachlich interessiert, baue dort praktische Erfahrung auf und lerne, Ergebnisse verständlich zu vertreten. Wer Daten korrekt einordnet und daraus brauchbare Entscheidungen ableitet, entwickelt sich im Rechnungswesen und Controlling deutlich nachhaltiger als jemand, der nur möglichst viele Softwarekenntnisse sammelt.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Das Rechnungswesen dokumentiert Geschäftsvorgänge und bildet vergangene Abschlussperioden ab. Das Controlling nutzt diese Daten für Budgets, Forecasts, Kennzahlen, Abweichungsanalysen und Handlungsempfehlungen für Gegenwart und Zukunft.

Mögliche Wege sind ein Studium in BWL, Finanzmanagement, Wirtschaftsinformatik oder Wirtschaftsingenieurwesen, eine kaufmännische Ausbildung oder eine berufsbegleitende Weiterbildung. Geeignete Ausbildungen sind beispielsweise Industriekaufmann, Kaufmann für Büromanagement oder Steuerfachangestellter.

Zu den fachlichen Grundlagen gehören Buchführung, Bilanzierung, Kostenrechnung, Budgetierung, Forecasting und Kennzahlenanalyse. Excel, ERP-Systeme wie SAP, DATEV und Business-Intelligence-Lösungen gehören je nach Position ebenfalls zum Arbeitsalltag. Wichtig ist außerdem, Zahlen verständlich zu erklären und daraus konkrete nächste Schritte abzuleiten.

In diesen Branchen gibt es Einsatzfelder im Produktions-, Kosten- und Bestandscontrolling. Controller können etwa klinische Entwicklungsphasen überwachen, die Wirtschaftlichkeit von Produktionslinien bewerten oder Bestände teurer Wirkstoffe analysieren. Auch Quereinsteiger aus Pharmazie, Chemie und Biotechnologie können ihre Fachperspektive mit kaufmännischer Analyse verbinden.

Als grobe Orientierung nennen Gehaltsübersichten für Buchhaltungsprofile etwa 43.000 Euro brutto jährlich. Erfahrene Controller liegen je nach Position häufig bei 70.000 bis 90.000 Euro. Region, Branche, Unternehmensgröße, Abschluss und Verantwortung beeinflussen die tatsächliche Vergütung.

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Autor Miroslaw Rohde
Miroslaw Rohde
Ich heiße Miroslaw Rohde und widme mich nun seit 6 Jahren intensiv den Themen Studium, Karriere und Campusleben im Bereich Pharmazie. Diese Zeit hat mir einen tiefen Einblick in die vielfältigen Facetten des Pharmaziestudiums gegeben, von den ersten Schritten im Hörsaal bis hin zu den Karrieremöglichkeiten nach dem Abschluss. Was mich besonders reizt, ist die Möglichkeit, komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten und Leserinnen und Lesern dabei zu helfen, sich in der oft unübersichtlichen Informationslandschaft zurechtzufinden. Ich lege Wert darauf, recherchierte und aktuelle Informationen so darzustellen, dass sie nicht nur informativ, sondern auch leicht zugänglich sind. Mein Ziel ist es, auf studieren-pharmazie.de eine verlässliche Quelle für alle zu schaffen, die sich für ein Pharmaziestudium interessieren oder ihren Weg in dieser spannenden Branche gestalten möchten.

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